Portraitfotografie –Straßenfotografie

Durch mehrfache Reisen und einen längeren Aufenthalt in San Francisco intensivierte Petra Arnold ihr Interesse an Reportage- und Portraitfotografie. Hier begann die gelernte Werbe- und Industriefotografin den Freiraum der Straße und des natürlichen Lichts außerhalb des Studios zu schätzen.

Petra Arnolds Aufnahmen entstammen nicht selten ungeplanten Begegnungen oder wirken oft auch dann zufällig, wenn dies nicht der Fall war. Es gelingt ihr, Portraits zu schaffen, die trotz ihres Schnappschuss-Charakters die lebendige Mimik der Gesichter und der Geschichten, die sie erzählen, intim und eindrucksvoll einfangen. Ein durchgängiges Merkmal ihrer verschiedensten Arbeiten ist ihr filmischer Charakter. Ihre Bilder erinnern oft an eingefrorene Kinoszenen oder Filmplakate.

Die Stärken der Fotografien liegen in der Natürlichkeit der Komposition: Nicht das arrangierte und detailliert durchdachte Bild, sondern der

lebendige, nicht zu planende Augenblick ist es, den sie kunstvoll in stilisierte Portraits umsetzt. Die Fotografin verzichtet weitgehend auf Inszenierungen oder schmückendes Beiwerk. Ihre Fotoaufnahmen sind eher zufällig, einfach gehalten und spontan.

Mit Sensibilität und einem intuitiven Blick für das Wesentliche nähert sich Petra Arnold der individuellen Persönlichkeit der Portraitierten an, die sich der Anwesenheit der Fotografin oftmals kaum bewusst zu sein scheinen. In ihren unprätentiösen, oft improvisiert erscheinenden Momentaufnahmen, die eine subtile Balance zwischen Distanz und Nähe halten, gelingt der Fotografin eine ganz intime Sicht auf die Menschen und ihre Lebenswelten.

Die Mannheimer Fotografin arbeitet oft aus dem Bauch heraus. Wie schon Paul Klee bemerkte: „Ein Auge sieht, das andere fühlt“. Wenn sie Menschen für Portraits in einer bestimmten Umgebung positioniert,

lässt sie ihnen viel Freiraum. Authentizität und Glaubwürdigkeit sind ihr wichtig. Selbst wenn ein Portrait in einer inszenierten Situation entsteht, wird der Menschen doch in seiner Individualität charakterisiert.

Ihre Fotografien entsprechen Charakterstudien, viele auch Milieustudien. Sie fotografiert Musiker, Künstler, Transvestiten, Individualisten und Exzentriker. Ihr gelingt es, das Erzählerische mit der Bildkomposition in der dokumentarischen Fotografie zu verknüpfen. Dabei sind die Grenzen zwischen Portrait- und People-Photography, Reportage und Street-Photography oft fließend.

Die Straßenfotografie bildet einen weiteren Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit. Auf fotografischen Streifzügen durch die Musik- und Undergroundszenen fängt Petra Arnold die Licht- und Schattenseiten von San Francisco oder New Orleans ein. Der multikulturellen Stadt Mannheim verleiht sie in zahlreichen Portraits unterschiedlichster Charaktere ein schillerndes Gesicht.